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10.09.2020

Stadt Wien setzt erste Lichtblicke für Clubkultur und Räume

Die IG Club Kultur und die IG Kultur Wien begrüßen die heute in einem Mediengespräch der Stadt Wien angekündigte 3 Millionen-Euro-Förderung für Clubkultur.
Screenshot eines wienTV-Berichts von der Save-the-Rave-Demo am 8.8.2020

Foto: wienTV.org

Im August wurde bei der Pressekonferenz der IG Club Kultur (IGCK) und der IG Kultur Wien (IGKW) zur #savetherave-Demonstration, an der über 6.000 Personen teilnahmen, konkrete Schritte zur Unterstützung von Räumen eingemahnt. Die als „Neustart“ geplante Förderung von bis zu 30.000,– sehen wir auch als wichtige Reaktion der Politik auf diese Forderungen. Wichtig ist hierbei besonders, in den Förderrichtlinien subkulturelle Räume nicht zu vergessen!

„Es ist zu begrüßen, dass (nach monatelangem Warten) auf die Betroffenheit der Clubkultur eingegangen wird und die Stadt nun finanzielle Mittel in die Hand nimmt, um ein großflächiges Clubsterben zu verhindern. Ein notwendiger Schritt, wenn es um die Anerkennung der Clubs als bedeutende Räume in der kulturellen Landschaft Wiens geht. Nun bleibt abzuwarten, wie die Richtlinien der Vergabe im Detail aussehen werden. Wir erwarten uns jedenfalls die Berücksichtigung aller relevanten Räume, die in einer Notlage stecken, egal ob sie als Vereinslokal oder Gastronomiebetrieb (oder Gewerbe) geführt werden“, sagt Magdalena Augustin (IGKW).

„Die aktuelle Lage für kulturell Raumbetreibende ist immer düsterer, während politische Entscheidungsträger_innen vom Licht am Ende des pandemischen Tunnels sprechen, haben wir eher das Gefühl, uns geht sogar die Notbeleuchtung aus. Durch den möglichen Verlust von Räumen droht auch der Verlust von Diversität im Kulturbereich“, so _willi Hejda (IGCK).

„Das Regelwerk der Corona-Ampel verstärkt zudem Unsicherheiten in Bezug auf das Veranstalten weiter, so wird die ohnehin bereits prekäre Situation für alle Beteiligten verschärft“, so Nadine Cobbina (IGCK). „Die Förderung durch die Stadt Wien gibt in dieser schwierigen Situation einen neuen Lichtblick. Nun sind die Bundespolitik sowie andere Regionen dazu angehalten, diese Förderung als ‚good practice‘ aufzugreifen. Dringend müssen auch alle weiteren Unterstützungsmaßnahmen, von denen viele aktuell auslaufen, verlängert werden“ so Vereinssprecher der Arena Wien Sebastian Tomek (IGCK).

Wir begrüßen diesen wichtigen Schritt zur Absicherung von Räumen. „Das Schlimmste ist damit hoffentlich erst mal abgewendet, aber ein harter Winter für die Clubszene steht womöglich trotzdem noch bevor. Die Suche nach Auswegen aus der perspektivenlosen Lage für die Nachtkultur wird voraussichtlich weitergehen und es bleibt zu hoffen, dass kein Raum zurückbleibt. Dabei wird weiterhin die Zusammenarbeit von Bund, Stadt Wien, den Interessenvertretungen und der Szene entscheidend sein, um möglichst effektiv und präventiv Raumverluste abwenden zu können", so Irmgard Almer (IGKW) abschließend.

Das ausgesprochene Ziel der Kulturpolitik, dass kulturelle Räume und Diversität über die Krise abgesichert werden, muss eingehalten werden, umso mehr ist dieser erste wichtige Schritt der Stadt Wien, um dieses Ziel zu erreichen, zu begrüßen. Nun ist die Bundespolitik am Zug.


Rückfragehinweis:

IG Club Kultur: _willi Hejda / press@clubkultur.org / www.clubkultur.org

IG Kultur Wien: Irmgard Almer / presse@igkulturwien.net / www.igkulturwien.net