St. Marx geräumt!
Am 9. April um 8 Uhr kamen Polizist*innen der Sondereinheit WEGA und ein Bagger …
Am 9. April 2026 um 8 Uhr in der Früh standen in St. Marx Polizist*innen der Sondereinheit WEGA vor der Tür der auf der Freifläche aufgebauten Hütte. Aktivist*innen in der Hütte konnten diese zwar sicher verlassen, das Areal wurde daraufhin aber eingezäunt, die aufgebaute Infrastruktur wie Hütte und Turm wurden mit einem Bagger zerstört.
Am Rande einer spontanen Protestkundgebung gelang es einzelnen Personen, wieder auf das inzwischen eingezäunte Gelände zu gelangen. Eine habe es geschafft, bis zum Turm zu gelangen, weshalb der Bagger (vorübergehend) gestoppt worden sei, berichtete „St. Marx für alle“ kurz vor halb elf.
Sechs Personen wurden ⇒laut Polizei nach verwaltungsstrafrechtlichen Bestimmungen vorläufig festgenommen.
„St. Marx für alle“ erklärte zu Mittag:
Der Abriss der jahrelangen friedlichen und selbstverwalteten Kulturorte in St. Marx untergräbt die Initiative von selbstorganisierten Bürger:innen Wiens. Die dort entstandenen Selbstverwaltungen belebten die Freifläche als einzigartige kulturelle Landschaft dieser Stadt. Es entwickelten sich niederschwellige Orte des Zusammenkommens & der Begegnung, die vielen Menschen in Wien mittlerweile als gelebte Utopien bekannt sind – kurz gesagt, die Freifläche in St. Marx war ein belebter magischer Ort.
Die gewaltsame Entfernung und Zerstörung von sozialen Projekten wie diesem steht beispielhaft für eine Kulturpolitik der Privatisierung und Ökonomisierung von Gemeingut. Die Räumung von St. Marx ist ein weiterer Tiefschlag gegen alle Menschen in dieser Stadt, die sich für eine offene Gesellschaft und vielstimmige, basisdemokratische Öffentlichkeit einsetzen. Die Orte in St. Marx stehen für radikale Demokratie, Solidarität, lokale Kultur, Vielfalt und Spontanität.
Bisher wurde bei jeder Veranstaltung und Nutzungsänderung in St. Marx auf einen kooperativen Dialog zwischen den Nutzer:innen, der Wien Holding und der Polizei geachtet, um eine unvorhergesehene gewaltvolle Räumung zu verhindern. Doch seit einigen Tagen blieb […] der Ansprechpartner der Wien Holding für die Nutzer:innen, aufgrund seiner Urlaubszeit, unerreichbar. „Uns bleibt schleierhaft wer diese Räumung verordnet hat und warum diese unangekündigt passieren muss“, so eine Aktivist:in. „Die Stadt Wien hat den Kontakt zu ihren Bürger:innen verloren und reagiert auf gemeinschaftliche Initiativen mit Härte und Rohheit. Für den gewaltsamen Vertrieb und Abriss der Nutzer:innen gibt es keine Rechtfertigung!“
⇒https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20260409_OTS0100/eilmeldung-wega-einsatz-in-st-marx
Die Stadt Wien beschrieb die Räumung in einer ⇒Aussendung als Start der Liegenschaftsvorbereitung für Zukunftsprojekte der Stadt Wien in Neu Marx. „Die WSE Wiener Standortentwicklung, eine Tochtergesellschaft der Wien Holding, bereitet ab heute eine zentrale Liegenschaft im Quartier St. Marx im 3. Bezirk für Zukunftsprojekte der Stadt Wien vor. Im Mittelpunkt steht die perspektivische Realisierung der Wien Holding-Arena, Verhandlungen dazu laufen. Mit den aktuellen Maßnahmen stellt die Stadt sicher, dass das Areal rasch übergeben werden kann, sobald Entscheidungen getroffen sind.“ Denn: „Zukunftsprojekte der Stadt Wien in St. Marx schaffen Arbeitsplätze, sichern Wohlstand, stärken den Wirtschaftsstandort und eröffnen neuen Raum für Innovation, Wissenschaft, Kultur und Entertainment.“
Die ehemaligen Nutzer*innen bzw. zuletzt auch Besetzer*innen der Freifläche St. Marx wollen aber weiterhin nicht aufgeben. Für den 11. April um 13:12 laden sie zum Banner-Malen für eine St.-Marx-Demo ein.
Weitere Informationen findet ihr auf den Websites von „St. Marx für alle“:
⇒https://stmarx.wien/
⇒https://stmarx.at
sowie auf Instagram ⇒https://www.instagram.com/stmarxfueralle/
und im Telegram-Kanal ⇒https://t.me/s/stmarxfueralle.
Am 9. April in der Früh, um 8 Uhr, kamen Polizistinnen und Polizisten der Spezialeinheit WEGA nach St. Marx.
Und ein Bagger kam auch.
Dort stand eine kleine Hütte auf einer freien Fläche.
Menschen, die in der Hütte waren, konnten sie sicher verlassen.
Danach hat die Polizei den Platz mit einem Zaun gesperrt.
Die Hütte und der Turm wurden mit dem Bagger kaputt gemacht.
Später gab es eine spontane Protestaktion.
Einige Menschen konnten wieder auf das abgesperrte Gelände gelangen.
Eine Person kam bis zum Turm.
Deshalb hielt der Bagger kurz an.
Die Gruppe „St. Marx für alle“ berichtete das gegen halb elf.
Die Polizei nahm sechs Menschen fest.
Die Gruppe „St. Marx für alle“ sagte:
Das Abreißen der Hütten und Plätze zerstört freiwillige Kulturprojekte von Wiener Bürgerinnen und Bürgern.
In St. Marx gab es viele selbstorganisierte Orte.
Dort konnten Menschen sich treffen, zusammen arbeiten und Kunst machen.
Viele sahen diesen Ort als ein gutes Beispiel für eine offene und bunte Stadt.
Sie finden:
Die gewaltsame Räumung zeigt, dass die Stadt lieber an Geld und Wirtschaft denkt, statt an Gemeinschaft.
Das ist traurig für alle, die sich in Wien für Offenheit und Mitbestimmung einsetzen.
Früher gab es gute Gespräche mit der Stadt und der Polizei, um Gewalt zu vermeiden.
Doch diesmal war der Ansprechpartner der Wien Holding im Urlaub.
Niemand erklärte den Aktivistinnen und Aktivisten, warum die Räumung plötzlich stattfand.
Eine Person sagte:
„Die Stadt Wien hat den Kontakt zu uns Menschen verloren.
Sie geht hart gegen friedliche Projekte vor.
Dafür gibt es keinen Grund.“
Die Stadt Wien sagt aber etwas anderes:
Laut ihrer Mitteilung wird das Gelände in St. Marx für neue Stadtprojekte vorbereitet.
Dort sollen später neue Arbeitsplätze, Forschung, Kultur und Veranstaltungen entstehen – zum Beispiel eine neue Arena.
Dafür müssen die Flächen jetzt geräumt werden.
Trotzdem wollen die Aktivistinnen und Aktivisten weitermachen.
Sie laden für den 11. April um 13:12 Uhr zu einer Aktion ein:
gemeinsam Malen von Banners für eine Demo für St. Marx.
Weitere Informationen:
⇒https://stmarx.wien/
⇒https://stmarx.at
Instagram ⇒https://www.instagram.com/stmarxfueralle/
Telegram-Kanal ⇒https://t.me/s/stmarxfueralle.

