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Kulturinfoservice Wien

15.7 Beschäftigung von Personen mit Wohnsitz außerhalb Österreichs, Abzugsteuer

Personen, die ihren Wohnsitz außerhalb Österreichs haben und sich nicht länger als sechs Monate pro Jahr in Österreich aufhalten, unterliegen der „beschränkten Steuerpflicht“, brauchen in den meisten Fällen in Österreich keine Einkommensteuer zahlen (sondern in ihrem Wohnsitzstaat).

Wird die Tätigkeit allerdings in Österreich ausgeübt bzw. verwertet, unterliegen in Österreich der Einkommensteuer unter anderem die Tätigkeiten von

  • Architekt_innen,

  • Artist_innen,

  • Künstler_innen,

  • Mitwirkenden an Unterhaltungsdarbietungen,

  • Schriftsteller_innen,

  • Sportler_innen,

  • Vortragenden.



Diese ist als „Abzugsteuer“ vom Verein als Auftraggeber einzubehalten und abzuführen, der den Lohn, das Gehalt oder Honorar auszahlt.



Es gibt zwei Möglichkeiten, die Abzugsteuer zu berechnen:


a) Bruttobesteuerung: Kostenersätze (Reisekostenersatz, Hotelkostenersatz …) gelten als Sachbezug als Teil des Honorars und werden mit versteuert. Die Abzugsteuer beträgt pauschal 20 % der Bruttoeinnahmen und Kostenersätze (Rz 784 VereinsR).



b) Nettobesteuerung: Es werden keine Kostenersätze, sondern nur das reine Honorar besteuert. Betriebskosten und Werbungskosten können berücksichtigt werden (siehe auch EStR 8006a-g). Die_der Gehalts- oder Honorarempfänger_in muss diese Kosten vor Berechnung der Abzugsteuer dem Verein schriftlich bekannt geben. Die Abzugsteuer beträgt bei natürlichen Personen 35 % der Nettoeinnahmen, bei juristischen Personen 25 % (784a VereinsR).




Ausnahmen von der Abzugsteuer:



  • Aus Vereinfachungsgründen ist bei Veranstaltungen in Österreich kein Steuerabzug erforderlich:

  • bei nicht in Österreich ansässigen Künstler_innen, Sportler_innen, Vortragenden u. Ä.,

  • wenn das Honorar maximal 1.000 Euro beträgt (exklusive Kostenersätzen wie Reisekosten oder Hotelkosten),

  • und die_der Empfänger_in schriftlich erklärt, dass ihre_seine Einkünfte in Österreich 2.000 Euro im Jahr nicht übersteigen.


  • Der Verein muss die Abzugsteuer nicht einbehalten, wenn auf Grund eines mit rund 90 Staaten bestehenden Doppelbesteuerungsabkommens (DBA) das Besteuerungsrecht nicht Österreich, sondern dem Wohnsitzstaat zugewiesen wird (bei künstlerischen Tätigkeiten eher die Ausnahme). In diesem Fall ist den Bestimmungen der DBA-Entlastungsverordnung zu folgen.

    Diese DBA bestimmen in den meisten Fällen, dass  


 

    • das Besteuerungsrecht für Künstler_innen beim Tätigkeitsstaat liegt, also bei Tätigkeiten in Österreich in Österreich. In diesem Fall muss die Abzugsteuer vom Verein einbehalten und an das Finanzamt abgeführt werden;

    • das Besteuerungsrecht für Vortragende beim Wohnsitzstaat liegt.



Wurde die Abzugsteuer zu Unrecht einbehalten, können die Einkünfteempfänger_innen eine Erstattung nach § 240 BAO beim Finanzamt Bruck Eisenstadt Oberwart beantragen oder eine Einkommensteuerveranlagung in Österreich durchführen.

Wurde die Abzugsteuer zu Recht einbehalten, können Personen mit Wohnsitz in einem Staat, mit dem Österreich ein Doppelbesteuerungsabkommen abgeschlossen hat, in ihrem Wohnsitzstaat beantragen, dass – je nach Bestimmung – das bereits in Österreich besteuerte Einkommen bei der Berechnung der Einkommensteuer in ihren Wohnsitzstaat nicht mitgerechnet wird oder die in Österreich gezahlte Steuer auf die in ihrem Wohnsitzstaat zu zahlende Steuer angerechnet wird. Wurde die Bruttobesteuerung vorgenommen, kann auch auf Antrag beim Finanzamt die Nettobesteuerung vorgenommen werden und die entsprechenden Betriebsausgaben vorgelegt werden.

 


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