IGKWKulturinfoserviceMitgliederNewsProjektePreis der freien Szene

Sitemap


Suchen & Finden  
erweiterte Suche  


Büro
Gumpendorfer Straße 63b/3
1060 Wien
Tel: +43/(0)1/236 23 14
Fax: +43/(0)1/236 23 14–9
E-Mail: office(at)igkulturwien.net

Facebook-Seite der IG Kultur Wien
Facebook-Gruppe der IG Kultur Wien
IG Kultur Wien auf Twitter

Büro- und Beratungszeiten:
Montag 10–14 Uhr
Dienstag bis Donnerstag 13–17 Uhr


Kulturinfoservice der IG Kultur Wien

dasfundus

Zur Plattform #istnoetig

Buch: Wer geht leer aus

Zur Plattformsite Recht auf Stadt

Leerstandsmelder

CETA und TTIP stoppen!


Zur Kampagne Eine andere Kulturpolitik ist nötig



Facebook  Facebook-Seite der IG Kultur Wien

Facebook  Facebook-Gruppe der IG Kultur Wien

Twitter  IG Kultur Wien auf Twitter



Powered by
powered by action Powered by ARGE Typo3
>>  IG Kultur Wien • News • 

26.3.2018: IG Kultur Wien bei Demonstration gegen das Verschwinden der Mahnung gegen Krieg und Faschismus am Flakturm im Esterházypark

Irmgard Almer verliest das Statement der IG Kultur Wien bei der Kundgebung

 

 

 

Am 26. März 2018 demonstrierten an die 80 Personen gegen das Verschwinden-Lassen des Kunstwerks gegen Krieg und Faschismus am Flakturm im Esterházypark. Nach einer Auftaktkundgebung am Fritz-Grünbaum-Platz (->Audioaufnahme) wurde der Flakturm einmal umrundet.

Für die IG Kultur Wien verlas Irmgard Almer ein Statement, das die Vorstandsmitglieder Elisabeth Bernroitner und Magdalena Augustin verfasst hatten:

 

Redebeitrag IG Kultur Wien

Seit vielen Jahren arbeiten wir, die IG Kultur Wien, in Büros in unmittelbarer Nähe des Flakturm Esterházypark und demnach auch in Sichtweite des Kunstwerks von Lawrence Weiner. Umso mehr hat uns die Nachricht darüber betroffen gemacht, dass der Schriftzug in seiner jetzigen Form bedroht ist, weil das Haus des Meeres weiter ausgebaut werden soll.

Die IG Kultur Wien fordert den zukünftigen Bürgermeister Michael Ludwig und Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny dazu auf, die künstlerische Arbeit von Lawrence Weiner vor der drohenden Zerstörung zu schützen!

Mehr als nur um die Zerstörung von Kunst im öffentlichen Raum, geht es hier um den Erhalt eines symbolträchtigen Mahnmals des Nicht-Vergessens, mit dem der Künstler (als Beitrag für die Wiener Festwochen 1991) zu einer Umdeutung des Flakturms vom Symbol des Nationalsozialismus hin zu einem architektonischen Mahnmal gegen Krieg und Faschismus maßgeblich beigetragen hat.

Der gleichgültige Umgang der Stadt Wien mit den baulichen Relikten und sichtbaren Spuren der NS-Vergangenheit zeigte sich bereits 2015, als der Flakturm und der Esterházypark vom zuständigen Stadtrat für die Liegenschaften der Stadt Wien und künftigen Wiener Bürgermeister, Michael Ludwig, privatisiert und für den symbolischen Kaufpreis von einem Euro an das Haus des Meeres verkauft wurde. Dieser Verkauf erfolgte mit den Stimmen aller im Gemeinderat vertretenen Parteien. Nun möchte das Haus des Meeres als Eigentümer des Flakturms den symbolträchtigen Schriftzug hinter einer Glasfassade verschwinden und in schlichtweg zynischer Weise im Kleinformat im Inneren des Gebäudes reproduzieren lassen.

Mit dem Ausverkauf städtischen Eigentums endet jedoch nicht die politische Verantwortung der Stadt Wien, Symbole und Räume für Erinnerungs- und Gedenkkultur zu schaffen, zu erhalten und vor dem kommerziellem Expansionsdrang privater Akteur_innen zu schützen.
Die aktuelle Vorgehensweise der Stadt und die Tatsache, dass eine Rettung eines Faschismus-Mahnmals überhaupt in Frage gestellt wird, wirft gerade im Gedenkjahr 2018 Fragen hinsichtlich der Ernsthaftigkeit des Bestrebens einer kritischen Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit auf.

Gegen die Verbannung eines Mahnmals, das in sichtbarer Höhe und damit in einer omnipresenten Position der Stadt angebracht ist, keinen Widerstand zu leisten, kann keine Lösung sein, die in Einklang mit der Anerkennung von Kunst, Denkmalschutz oder verantwortungsvoller Erinnerungskultur steht.

Viele Fragen kommen im Zusammenhang mit der Entwicklung des Flakturms bis heute auf: Wie gehen wir mit sichtbaren Monumenten des Krieges um? Wie verhalten wir uns, wenn es um Kunst im öffentlichen Raum geht, die von privater Seite bedroht wird? Und vor allem, warum wird darüber geredet, ein Mahnmal gegen Krieg und Faschismus verschwinden zu lassen, während die aktuellen Geschehnisse uns dazu bewegen sollten, MEHR bewusstseinsfördernde Maßnahmen zu ergreifen, damit die Lehren der Geschichte ernst genommen werden?

Mit Lawrence Weiner widerspricht die IG Kultur Wien der geplanten Zerstörung des Textkunstwerks und Faschismus-Mahnmals! Michael Ludwig und Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny werden dazu aufgerufen, Verantwortung zu übernehmen, ihrer im Verkaufsvertrag des Flakturms festgehaltenen Verpflichtung, „das Kunstwerk ordnungsgemäß und in sicherem Zustand zu erhalten“, nachzukommen und für die weitere Existenz der Kunstinstallation in ihrer ursprünglichen Form und an ihrem ursprünglichen Ort einzutreten!


<- Zurück zu: News

Druckversion / Impressum